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FÜR FREIBERUFLER

ALLGEMEINES

ZAHLEN AUS DEM PFLEGEMARKT


Mit 4,3 Millionen Beschäftigten auf 3,3 Millionen Vollzeitstellen ist
die Gesundheitswirtschaft der größte Arbeitgeber in Deutschland.

*Innerhalb der Branche wiederum sind die privaten Klinikkonzerne die größten Arbeitgeber.
 

Professionelle Pflegeeinrichtungen nach Trägerschaft


fakten1
 

Pflegepersonal in Deutschland


fakten2
 

Die zehn größten Arbeitgeber in der Gesundheitsbranche


fakten3
 

Verbände der freien Wohlfahrtspflege


Verbände der freien Wohlfahrtspflege sind große Arbeitgeber für die genannten Einrichtungen:

  • Arbeiterwohlfahrt
  • Caritas
  • Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Diakonisches Werk
  • Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland
     

Ein passender Artikel aus dem "Deutschen Ärzteblatt":


PFLEGE: MARKT MIT ZUKUNFT
Timo Blöß


Die Zahl der Pflegebedürftigen wird sich bis zum Jahr 2020 verdoppeln. Was die Pflegekassen belastet, könnte einer Studie zufolge über eine Millionen Jobs schaffen.

„Kind, mach was mit Zukunft, geh in die Pflege“ – so oder so ähnlich könnten künftig die weisen Ratschläge besorgter Eltern klingen. Nicht nur, weil die „Alten“ in Sorge um die berufliche Zukunft ihrer Kinder sind. Sondern auch, weil sie wissen, dass auch sie eines Tages auf professionelle Pflege angewiesen sein werden. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird seriösen Prognosen zufolge bis zum Jahr 2020 um 50 Prozent zunehmen. Zugleich werden immer weniger Menschen ihre Angehörigen zu Hause pflegen, wie nun eine Studie im Auftrag der wirtschaftsliberalen „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) ergab.

Kinderlosigkeit und Singledasein würden dazu führen, dass auf jeden Pflegebedürftigen immer weniger Angehörige kämen, so Prof. Reinhold Schnabel von der Universität Duisburg-Essen. Er hat das Gutachten für die INSM erstellt und sagt: „Politik und Betroffene müssen sich deshalb darauf einstellen, dass die Pflege wesentlich stärker als bisher durch professionelle Pflegekräfte erfolgen wird.“ Die Ausgaben für professionelle Pflege würden in der Folge enorm zunehmen. Schnabel rechnet mit einem jährlichem Kostenanstieg von drei Prozent. Bis zum Jahr 2020 werde der Pflegemarkt auf 37 Milliarden Euro anwachsen. Im Jahr 2030 würden dort bereits 48 Milliarden Euro und 2050, so die Studie, rund 72 Milliarden Euro umgesetzt.

Während dies bei den Pflege- und vor allem bei den Finanzpolitikern der Großen Koalition die Haare ergrauen lässt, dürfte sich der flexible Nachwuchs in der beruflichen Orientierungsphase freuen. Arbeiten derzeit rund 545 000 Menschen im Pflegesektor, könnte deren Zahl bis 2030 auf mehr als eine Million ansteigen. „Der Pflegemarkt“, so Schnabel, „wird boomen.“
 

Finanzierungslücke wächst

Gleichzeitig werde die Pflegelücke, also die Differenz zwischen den notwendigen Ausgaben für die Pflege und den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung, größer werden. Der Studie zufolge beträgt diese derzeit acht Milliarden Euro. Bis zum Jahr 2030 werden die Ausgaben schätzungsweise auf 48 Milliarden Euro steigen. Davon werde die gesetzliche Pflegeversicherung aber nur etwa 32 Milliarden Euro übernehmen, so Schnabel. „Die Pflegelücke wird durch mehr private Selbstbeteiligung und die Kommunen, also durch Sozialhilfe, geschlossen werden müssen.“ Zugleich werde das Leistungsniveau der gesetzlichen Pflegeversicherung nur gehalten werden können, wenn die Beitragssätze auf drei bis 5,5 Prozent stiegen.

Um das zu vermeiden, sucht die Große Koalition angestrengt nach Reformwegen (DÄ, Heft 18/2007). Medienberichten zufolge wollen Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) nun anhand eines Gutachtens prüfen, inwieweit die diskutierten Reformoptionen mit der Verfassung vereinbar sind. Dabei soll vor allem analysiert werden, ob es zulässig ist, die privaten Pflegekassen an der Reform zu beteiligen. Die SPD will einen Risikostrukturausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung einführen. Einige Rechtsexperten halten Finanztransfers aus der privaten Pflegeversicherung jedoch für verfassungswidrig.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt 2007, von Timo Blöß

 

Pflegesätze in der ambulanten und stationären Pflege


fakten4
 

Strukturen und aktuelle Trends


Der deutsche Pflegemarkt wird entscheidend durch die gesetzliche Pflegeversicherung geprägt, die sich aufteilt in die private und die soziale Pflegepflichtversicherung.

Die Unterschiede beschränken sich auf die Form der Beitragsfinanzierung. Während die soziale Pflegeversicherung in einem Umlageverfahren durch lohn- bzw. einkommensbezogene Beiträge finanziert wird, beruht die private Pflegepflichtversicherung auf einem kapitalgedeckten Verfahren mit einkommens-unabhängigen Prämien. Die Leistungen der beiden Systeme sind jedoch identisch. Jedes Teilsystem verfügt über einen Risikostrukturausgleich. Neben der gesetzlichen Pflegeversicherung gibt es weitere Angebote der privaten Pflegeversicherung zur freiwilligen Höherversicherung,die sowohl den Versicherten der sozialen wie der privaten Pflegeversicherung offen stehen und auch aktiv von den Pflegekassen vermarktet werden.

Pflegeleistungen können durch zugelassene ambulante Pflegedienste oder Pflegeheime und auch durch Angehörige erbracht werden.Auf Antrag stellen die medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) bzw. die private Pflegepflichtversicherung die Pflegebedürftigkeit, eingeteilt in drei Pflegestufen fest. Die Pflege kann ambulant, teilstationär und vollstationär erfolgen. Ambulante und teilstationäre Pflege werden in der Regel zu einem Aggregat zusammen gefasst.

Die ambulante Pflege kann durch Verwandte oder durch professionelle Pflegekräfte erfolgen. Wird die Pflegeleistung nicht durch Pflegedienste, sondern durch nichtprofessionelle Pflegekräfte (in der Regel Ehegatten und Verwandte) erbracht, wird ein Pflegegeld gezahlt. Andernfalls erfolgt eine Erstattung nach dem Sachleistungsprinzip. Eine wesentliche Entscheidung, die Pflegebedürftige und ihre Angehörigen im Pflegefall zu treffen haben, ist demnach die Art der Pflegeleistung. Die gesetzliche Pflegeversicherung (Pflegekassen und private Pflegepflichtversicherungen) übernehmen die Pflegekosten jedoch nur im Rahmen von Höchstsätzen. In der stationären Pflege übersteigen die tatsächlichen Pflegetarife der Pflegeheime regelmäßig die Pflegesätze. Die durchschnittlichen Vergütungen für stationäre Dauerpflege betrugen im Jahr 2005 monatlich 1.854 €, 2.280 € und 2.706 € in den Pflegestufen I, II und III.1 Es kommen außerdem die Unterkunftskosten hinzu, die von der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht übernommen werden und die im Durchschnitt 578 € monatlich betrugen.

Träger professioneller Pflege sind private und freigemeinnützige Einrichtungen; selten nur werden Pflegeleistungen durch staatliche Träger erbracht. Auffällig ist die relative geringe Betriebsgröße der privaten Träger im Vergleich zu den anderen Einrichtungen. Da wir eine starke Expansion der privaten Träger im ambulanten und im stationären Sektor beobachten, scheint gleichwohl ein kostengünstiger Betrieb trotz der geringen Größe möglichen zu sein. Insbesondere die Zahl der privaten Pflegeheime ist allein innerhalb der 4 Jahre von 2001 bis 2005 um 20 Prozent gestiegen, wobei sich die Betriebsgröße nicht geändert hat.

Quelle: Statistisches Bundesamt 2005
 

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